Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Baden-Baden

Erkenntnisse aus europäischen Rad-Städten

Der Autor des Films "Cycling Cities" berichtete in Baden-Baden über seine Tour zu den wichtigsten Fahrrad-Centren in Europa. Welche Erkenntnisse konnte Ingwar Perowanowitsch vermitteln? Ein Nachbericht.

Vor interessiertem Publikum berichtete in Baden-Baden der Autor über seine Radreise zu den "Cycling Cities"
Vor interessiertem Publikum berichtete in Baden-Baden der Autor über seine Radreise zu den "Cycling Cities" © ADFC

Ingwar sagte vor 50 Interessierten, wenn die Erfolge der Verkehrswende sichtbar und spürbar sind, werden deswegen die Entscheidungs­träger regelmäßig wiedergewählt. Das trifft auf die Städte in seiner Europa-Reise zu. Zusätzlich nannte er die slowenische Hauptstadt Ljubliana, auch da sei Gravierendes passiert und die Wiederwahl geglückt.

Das heißt: Wenn der politische Mut den Autoverkehr einschränkt und den Radverkehr sowie die Fußgänger stärkt, steigt die Lebensqualität für alle inklusive Autofahrer so stark an, dass die Entwicklung nicht mehr zurückgedreht werden kann (und soll). Nicht mal von anders denkenden Nachfolgern. Weil die Folgen einfach zu positiv sind. Für alle.

Die Niederlande sind ein extrem fahrradfreundliches Land geworden. Seit den 70er Jahren als Folge von Kinder-Protesten, die auf das ganze Land übergriffen. Die Ölkrise damals, die in Deutschland zu Sonntagsfahrverboten führte, war ein weiterer Zündfunke der holländischen Reform.
Ich erinnere mich, dass damals die Autobahnen von Heerscharen von Radlern und Fußgängern volksfestartig in Besitz genommen wurden. Leider hierzulande mit nicht so nachhaltigen Folgen. Vielleicht wird die jetzige Ölkrise zum Schub in Deutschland.

Besonders überzeugt hat mich Ingwars Beobachtung der Veränderung der Innenstädte in den fahrradfreundlichen Städten. Alles würde kleinteiliger, passt sich dem Rad- und Fußverkehr an. Es entstehen wieder kleine Läden, die großen Ketten verschwinden oder bieten ebenfalls kleine Stores an.

Das heißt für mich, die immer wiederkehrenden Argumente vom Ausbluten der Innenstädte, wenn der Autoverkehr behindert wird, haben keinen Bestand. Das genaue Gegenteil wird der Fall sein. Es kehrt wieder Ruhe, Beschaulichkeit und Lebensqualität ein. Ein großes Bedürfnis des heutigen Menschen.

Noch ein paar positive Nebenwirkungen: Paris hat in der Luft in den letzten 20 Jahren 40% weniger Stickoxide und 50% weniger Feinstaub. In einer von mehreren Hauptachsen, der Rue de Rivolie, radeln inzwischen 15.000 Menschen pro Tag.
In Utrecht gibt es ein Fahrradparkhaus am Bahnhof mit 12.500 Stellplätzen, diebstahlsicher und unter einem Kanal gelegen!
Den signifikanten Rückgang der Verkehrstoten brauche ich nicht zu erwähnen.
In Amsterdam radeln von 900.000 Einwohnern 500.000. Das hat schlicht das historische Stadtbild gerettet. Wenn die Autos massenhaft führen, sähe die Stadt anders aus.

Ich brauche den Film nicht wiederholen. Er spricht für sich und ist wunderschön! 
Deshalb hier der Link
https://youtu.be/R5jQc1jXLAU


Der Kreisvorsitzende des ADFC Ralph Neininger, dankt Stefan Kriegel herzlich für den Nachbericht.
 


https://baden-baden.adfc.de/neuigkeit/erkenntnisse-aus-europaeischen-rad-staedten

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