Stadtradler ausgezeichnet
Am Mittwoch dem 23.09.2026 lud der ADFC Baden Baden in das Open Air Klassenzimmer "Theatron" des Richard-Wagner-Gymnasiums ein. Teilnehmer der diesjährigen Aktion "Stadtradeln" sollten geehrt werden.

Trotz des ungewöhnlichen Termins mitten am Tag und in der Woche hatten erfreulich viele Preisträger und Teams zugesagt. Wie ein Amphitheater aufgebaut, geräumig und mit guter Akustik, bietet es wesentlich mehr Menschen Platz als den ca. 100, die anwesend waren. Gemütlich beschattet von Bäumen saßen Schüler und Erwachsene bis ins höhere Alter gespannt beisammen.
Bürgermeister Tobias Krammerbauer ebenfalls. Er hielt eine kurze Ansprache, in der er von seiner Faszination von Miguel Indurain und der Tour de France erzählte, die ihn vor Jahren zum intensiven Fahrradfahren animiert hatte. Nun fühle er sich angeregt, im nächsten Jahr selbst aktiv mitzumachen beim Stadtradeln.
Außerdem bedankte er sich herzlich beim ADFC für die Übernahme der Organisation in diesem Jahr. Die Stadt habe diese Kapazität nicht mehr und das Stadtradeln hätte ansonsten nicht stattgefunden. Baden-Baden nahm vom 28. Juni bis 18. Juli 2026 teil.
Ralph Neininger, ADFC Kreisvorsitzender, betonte die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements des ADFC, der sich mit 240.000 Mitgliedern bundesweit für das Rad und damit den sanften, klimafreundlichen Verkehrsumbau einsetzt. Er betonte die Bedeutung des Stadtradelns zur Animation, als Vorbild für Jüngere, Signal an die Kommunen und somit für das gleiche Ziel.
Ebenso wie die laufende Umfrage Fahrradklima-Test des ADFC, in dem jeder bis 30. November seinen Eindruck vom Zustand der Radverkehrswege seiner Heimatgemeinde in 10 Minuten beschreiben kann - und bitte gern sollte. Hier der Link https://fkt.adfc.de/
Stadtradeln gewachsen
Das Stadtradeln Baden-Baden konnte gegenüber 2025 zulegen. 795 Menschen radelten in 48 Teams über 173.000 km. Der Moderator – und Hauptgewinn, Tomas Jansohn, denn er steuerte als zertifizierter Tourguide zwei Pannenworkshop Termine als Hauptgewinnalternativen bei - führte durch das Programm, bedankte sich bei Grenke Leasing und TechnoTrans Kühlsysteme für deren Preis-Spenden, beim Illustrator und Autor Uwe Mayer, der ein offenes Atelier „wie entsteht ein Kinderbuch“ als Auszeichnung für jüngere Schüler angeboten hat und beim RWG, seinem Team-Captain Marius Eckstein und Schulleiter Jochen Flohn für die Gastfreundschaft.
Insider hatten ihm vorher ein paar Anekdoten geliefert von Anprobeterminen für die hochwertigen Fahrradtrikots der Grenke AG, dem Sponsor von Nachwuchsmannschaften, die zu 50 % zu Profis werden. Von den strahlenden Augen des Nachwuchsfahrers der RSG Ried, Frederick Bonnet (16.719 km), von Sarah Schulteis (17.696 km), die mal eben in der letzten Ferienwoche 800 km zur Ostsee radelte mit ihrem neuen Rennrad.
Vom Grenke-Team Captain Kevin Engist, den das Stadtradeln dazu veranlasste, jetzt täglich 70 km nach Karlsruhe mit dem Rad zu pendeln.
Oder von Team Captain und Gewinnerin der Damen Wertung (1.036 km) Marita Guerrero von der Firma Technotrans aus Haueneberstein, die dem ADFC seitdem sehr gewogen ist und etwa bei der „Tour de Murg unter Dampf“ begeistert mitfuhr. Sie motiviert ihre Mitarbeiter und Kollegen schon lange „Mit dem Rad zur Arbeit“ zu fahren.
Es überraschte, dass besonders die hohen Kilometerleistungen fast ausnahmslos ohne Elektroantrieb erradelt wurden.
Zeichen gegen Spaltung
Die Teilnehmer beim Stadtradeln aus Schulen, ehrenamtlichen Initiativen, Vereinen, Verwaltungen, Firmen und Verbänden bilden eine Gemeinschaft der Stadtgesellschaft mit einem gemeinsamen Ziel – alle wollen Kilometer sammeln. Das ist in diesen Zeiten ein wichtiges Zeichen gegen Spaltung und Einzelinteressen.
Diese Vielfalt wurde in der Ehrung aufgegriffen. Teams, jüngste (8 Jahre) und älteste (81) Radler, Parlamentarier, Schüler in drei Altersstufen, Damen und Herren wurden einzeln ausgezeichnet. So radelten 180 Teilnehmende des RWG fast 32.000 km, bei den außerschulischen Teams Grenke Leasing mit 50 Menschen rund 11.000 km, Thorsten Schiem (Klinik Dr. Dengler) 1.570 km vor Sven Kettner (Hospizbewegung, 1.532) und Tobi Bailer (Atemwerk, 1.457), Lukas Edhofer (12) 700 km sowie Roman Braunwart (14) 828 km, und der beste App-Nutzer Hans Fritz (Stadtverwaltung, 1.270 km). Die Genannten seien beispielhaft erwähnt.
Die Nutzer der Stadtradeln-App, die eine verkehrstechnische Auswertung der Ergebnisse ermöglicht, wurden ebenfalls extra geehrt.